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Das Einwalzen entspricht dem Kaltwalzen von Blech.
Das einzuwalzende Rohr kann somit auch als endloses Blech bezeichnet werden.
Während des Einwalzprozesses durchläuft das Rohr zwei Phasen.
Die erste Phase ist erreicht, wenn der Rohraußendurchmesser gleich dem
Innendurchmesser der Bohrung ist. Man spricht hierbei von der 'Anlagewalzung'.
Die Anlagewalzung ist dann ausreichend, wenn das Rohr nach schon erfolgter
Schweißung nur noch angelegt werden soll, um die Spaltkorrosion zu verhindern, die
Walzstelle selbst aber keine Dichtfunktion übernehmen muß.

Weitet man das Rohr über das Anlagestadium
hinaus auf, erreicht man das Dichtwalz-Stadium. Die Walzstelle verhindert jetzt nicht nur
die Spaltkorrosion sondern übernimmt zusätzlich abdichtende Funktion.

Die Aufweitungsdifferenz zwischen Anlage- und
Dichtwalzaufweitung wird 'Haftaufweitung' genannt. Diese Haftaufweitung darf in keinem
Falle so groß sein, daß durch übertriebene Materialverformung die Moleküle des
Rohrmaterials ihre Kohäsion aufgeben.
Das Rohrmaterial beginnt dann zu altern, evtl. zu blättern oder zu zerbröckeln,
was zu Undichtigkeiten führen kann. Es ist vorgekommen, daß beim Abdrücken die
überwalzte Verbindung zwar standhielt, unter Betriebsbedingungen aber nach wenigen Tagen
versagte.

Da die Voraussetzungen zum richtigen Einwalzen durch Rohrabmessung, Werkstoff, Walzbreite sowie Betriebsdruck bedingt werden, empfiehlt
es sich, mehrere Walzversuche vorzunehmen, durch die man die richtige Haftaufweitung
ermitteln kann.

Rohrabmessung: 30 x 3 mm
Bohrung im Boden :  
30,4
mm
- 2x3mm Wandstärke :
-
6,0
mm
theor.Innen-Ø des Rohres bei Anlage in der Bohrung :  
24,4
mm



zzgl. z.B. 20% Haftaufweitung bezogen auf die
Wandstärke des Rohres (20% von 3mm) :
+
0,6
mm



theor. Innen-Ø des Rohres nach dem Dichtwalzen :  
25,0
mm
Als Anhaltspunkt gelten:
Anlagewalzung : ca. 3 - 5% Haftaufweitung
Dichtwalzung : ca. 15 - 20% Haftaufweitung


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